ForschungForschung

Designforschung ist „Forschung über Design“, etwa als Designgeschichte oder Designtheorie, vor allem aber heisst Designforschung über die Entwurfsarbeit neue Erkenntnisse zu generieren („research through design“). In diesem Gebiet verfügt die Vertiefung Industrial Design der ZHdK über langjährige Erfahrung und starke Partner im Hochschulbereich und der Industrie.

Designforschung verlangt von allen Beteiligten eine hohe Dialog- und Anschlussfähigkeit. Um Innovation und Fortschritt zu erreichen, ist das Denken in Schnittstellen unabdingbar. Deshalb führen wir bereits im Grundstudium interdisziplinäre Projekte durch und arbeiten eng mit Unternehmen, der ETH Zürich und verschiedenen Universitäten zusammen.

Genderspezifische DesignmethodenGenderspezifische Designmethoden

Design kommt die Aufgabe zu, die gegenständliche Erscheinung von Produkten und Räumen zu definieren. Meist sind die Ergebnisse hinsichtlich der geschlechtlichen Erscheinung „neutral“. Tatsache ist, dass Frauen und Männer einen je geschlechterspezifisch geprägten Zugang zur Wahrnehmung, Nutzung und Interpretation von Gegenständen haben.

Frauen und Männer haben aus unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten, Interpretationen und Wahrnehmungen spezifische Ansprüche an Design. Heute wird dies im Unterricht in Fächern wie „Ergonomie“ oder „Wahrnehmungslehre“ meist reduziert auf den rein biologischen Aspekt von Gender behandelt. Das Forschungsprojekt hat das Ziel, ein BA Lehrmodul zu entwickeln, welches die Genderthematik bewusst als kreative Dimension des Designprozesses zu thematisieren vermag. In einem Workshop mit Studierenden konnten erste Erfahrungen gesammelt und Projekte entwickelt werden.



Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der HGK Basel und der SUPSI Lugano realisiert.


Osteosynthese BaukastenOsteosynthese Baukasten

Modulares Trainingsset für angehende Chirurginnen und Chirurgen

Die AO* hat festgestellt, dass die Schulung von angehenden Chirurginnen und Chirurgen eine entscheidende Lücke aufweist. Neben dem theoretischen, intellektuellen Wissen fehlt es angehenden Operateuren an praktischem Handlungswissen und an der nötigen manuellen Fertigkeit Operationen erfolgreich durchzuführen. Die Projektgruppe ist überzeugt, dass die körperliche Komponente bei der Vermittlung von Wissen im Gegensatz zum rein intellektuellen Weg gefördert werden muss. Ihre Vision ist die Entwicklung eines Schulungsmoduls, welches im Selbststudium das Wissen im Bereich Osteosynthese ausserhalb von kollektiven Kursen begreifbar macht. Gegenstand der Forschungsarbeit ist die Produktdesign spezifische Überprüfung der Osteosynthese-Baukasten-Vision der AO und deren Entwicklung und Umsetzung in ein modellhaftes und offen konzipiertes Produktsystem. Das Resultat der Forschungsarbeit bietet die Grundlage für die Entwicklung und Gestaltung eines marktfähigen und wirtschaftlich erfolgreichen Schulungssystems.



Forschungsgruppe: AO* Foundation Davos, Vertreten durch Romano Matthys, Zürcher Hochschule der Künste, Industrial Design, Vertreten durch Nicole Kind und Christof Sigerist
*AO (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen) Die AO ist ein medizinisch geführtes, globales Netzwerk von Chirurgen, die ihr Fachwissen durch interdisziplinäres Teamwork einbringen. AO Chirurgen sind die treibende Kraft hinter der weltweit führenden Non-Profit-Organisation für Unfallchirurgie und Orthopädie.

Begriffe – begreifenBegriffe – begreifen

Design ist Sprache - Sprache ist Design.

Formgebung, verstanden als Resultat, aber auch als Prozess, lebt nicht nur von der Gestaltung selbst, sondern auch von der präzisen sprachlichen Vermittlung des Resultates. Ein reichhaltiges, richtig eingesetztes Sprachvokabular ist damit immer Teil der Qualität von Design.
Weitergehend stellt sich der Anspruch, dass Sprache den Fachdialog souverän anreichern muss. DesignerInnen die über ein reichhaltiges Vokabular verfügen, werden in der Berufs- und Fachwelt als kompetent wahrgenommen.
Wir erkennen den schmalen Sprachschatz und die oft mangelnden Kenntnisse von Begriffsbedeutungen von Designstudierenden als ein Problem für die Ausbildung aber auch den späteren Fachdialog als Profi. So kommt es vor, dass Designstudierende spezifische Begriffe wie z.B. Kegel, Torus, Parabel, Tangente oder Sektor nicht kennen oder falsch verwenden. Eher umschreibende Begrifflichkeiten wie "amorph", "kantig" oder "agressiv" werden oftmals im Nichtwissen um ihre Bedeutung verwendet.

Das Forschungsprojekt "Begriffe - begreifen" soll in diesen Bereichen Methoden und Mittel entwickeln, welche eine gezielte Erweiterung, den differenzierten Einsatz und die richtige Verwendung des Design Sprachschatzes fördern. Das Forschungsprojekt erarbeitet in einem ersten Schritt die Grundlagen und Beispiele einer konzisen, auf Design abgestimmten Form- und Wesensbeschreibung innerhalb einer Systematik. In einem zweiten Schritt soll daraus ein für den Designunterricht taugliches Mittel entstehen. Die Publikation ist den Studierenden eine praktische Hilfe bei der Definition und Beschreibung von formalen Eigenheiten oder Zusammenhängen. Dabei reicht ihr Inhalt von geometrisch verbindlichen bis zu subjektiv beschreibenden Begriffen. Sie kann im Unterricht praktisch verwendet werden und dient zudem als Hilfe beim Verfassen von deskriptiven Texten über die eigene studentische Arbeit.



Das Forschungsprojekt wird geleitet von Renate Menzi von der Designsammlung der Zürcher Hochschule der Künste. In der mehrdisziplinären Forschungsgruppe sind die Designstudiengänge der ZHdK, Prof. Michael Krohn und Prof. Axel Müller Scholl der Hochschule für Kunst und Design Halle/D vertreten.

Weitere Informationen: http://www2.avedition.de/de/Bucher/Katalog/307