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Alumni-Interview mit Andreas Fischer (Mammut)

An der Diplomausstellung 2010 präsentierte Andreas Fischer einen Rucksack. Kurz darauf wurde er vom Entwicklungsleiter von Mammut als Rucksackdesigner eingestellt. An seinem Arbeitsplatz in Seon erzählt er, wie es dazu kam und was ihn an seinem Job besonders fasziniert.

Bei der Firma Mammut in Seon herrscht reger Betrieb. Die Sommerkollektion 18 wird aktuell am halbjährlichen Sales Meeting vorgestellt. Die Präsentationsräume sind voll, die Büros beinahe leer. In der Werkstatt erzählt Andreas Fischer (34), Schreinertechniker und Absolvent des Bachelor Industrial Design von seiner Affinität zum Nähen, die in schliesslich zu seinem Arbeitgeber Mammut führte.

Das Nähen entdeckte Andreas ganz unverhofft im Rahmen eines interdisziplinären Moduls an der ZHdK: „Ich hätte nie gedacht, dass mich die Arbeit mit Textilien so packen würde! Im Studium besuchte ich einen Nähkurs. Voller Begeisterung schaffte ich mir kurz darauf zwei Nähmaschinen an und begann mit dem Entwerfen textiler Produkte.“

Darum sollte auch bei der Bachelorarbeit ein genähtes Produkt entstehen: „Obwohl für mich als Schreiner ein Möbelprojekt plausibler gewesen wäre, wollte ich um jeden Preis einen Rucksack als Abschlussarbeit entwerfen.“
Die Idee seiner Diplomarbeit stiess bei der Studienleitung erst auf Widerstand. Zu viele Rucksackkonzepte gebe es bereits. Gleichzeitig seien die Designanstellungen in diesem Segment besonders rar. Doch Andreas setzte sich durch und gestaltete einen Rucksack. Nachträglich bezeichnet er dies als eine der besten Entscheidungen, die er im Studium getroffen habe: „An der Diplomvernissage sprach mich der Entwicklungsleiter von Mammut auf meinen Rucksack an. Eine Woche später begann ich in der Designabteilung in Seon zu arbeiten.“

Seither ist viel passiert. „Als ich hier anfing, haben wir neue Designs aufgrund von Plänen entwickelt. Diese schickten wir zu unserem Produzenten für erste Prototypen, welche zurückgeschickt und von uns wiederum überarbeitet und geprüft wurden. Das ist ein Entwicklungsprozess, der Zeit braucht“, erzählt Andreas. „Vor Kurzem haben wir hier diese Werkstatt eingerichtet, mit Materialmustern, Schneidematten und Nähmaschinen. Sie erlaubt uns, Entwürfe und Ideen direkt zu überprüfen, so wie ich es im Studium gelernt habe.“ Stolz führt er den neuen Airbag vor, ein Produkt, bei dessen Entwicklung er von Anfang an dabei war. „Zeichnen und ausprobieren gehört zu den wichtigsten und spannendsten Schritten im Designprozess. Darum habe ich für diese Werkstatt gekämpft.“ Mit Erfolg: Eine zweite Werkstatt, die „Innovationswerkstatt“ ist bereits in Planung.

Andreas Fischer hat nach der Berufslehre als Möbelschreiner ein Studium als Schreiner-Techniker an der Fachhochschule für Technik und Gestaltung Zug absolviert. 2010 schloss er den Bachelor Industrial Design an der Zürcher Hochschule der Künste ab und arbeitet seither als „Senior Technical Textile Designer, Hardware“ bei der Mammut Sports Group in Seon. Webseite: www.fonk.ch